Wie mutest du dich zu?

Wie mutest du dich zu? Eine Frage, die dein Leben verändern kann

Ein Artikel von Gisa Steeg

„Wie mutest du dich zu?“

Diese Frage hörte ich vor vielen Jahren in meiner Ausbildung zur systemischen Beraterin und zum Business-Coach immer wieder. Damals war mir nicht bewusst, wie kraftvoll und transformierend diese Worte sein können.

Warum? Weil ich diese Worte aus meiner Kindheit kenne – wie bestimmt viele andere Menschen – als einen sehr verletzenden Satz: „Du bist eine Zumutung.“

Dieser Satz hinterlässt Spuren und Narben auf der Seele. Ich weiß, wie sehr dieser oder ähnliche Sätze sich nicht nur in das Gedächtnis, sondern auch tief in das Zellsystem einbrennen. Der Lieblingssatz meiner Mutter war: „Was habe ich auf dieser Welt verbrochen, dass ich mit solchen Kindern bestraft werde.“

Was nichts anderes bedeutete als: „Ihr Kinder seid eine Zumutung. Du bist eine Zumutung, eine Strafe, eine Bürde, die ich ertragen muss.“

Was macht das mit einem Kind? Es lernt, lieber leise zu sein, nicht aufzufallen, nicht anzuecken. Es will ja keine Strafe oder Bürde sein.

Solche Sätze erzeugen Anpassung, oft bis zur Unkenntlichkeit der kleinen Persönlichkeit die da gerade heranwächst. Ein dauerhaftes Sich-Zurücknehmen, ein Kleinmachen des eigenen Selbst, ein Hintenanstellen der eigenen Bedürfnisse, nur um nicht verbal oder körperlich bestraft zu werden und das ziehst sich bis in das erwachsenen Alter hinein.

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Verbale Gewalt hinterlässt Narben AdobeStock_189909755-scaled.jpeg

Warum wir gelernt haben, uns selbst nicht zuzumuten

Besonders viele Frauen nehmen unbemerkt solche Glaubenssätze an, die ihr Verhalten bis weit ins Erwachsenenalter steuern:

  • „Wenn ich mich zeige, bin ich zu viel und werde abgelehnt.“
  • „Ich will niemandem zur Last fallen.“
  • „Ich sage lieber nichts, sonst gibt es Ärger.“
  • „Ich halte das aus, es ist ja nicht so schlimm.“
  • „Ich mache es einfach schnell selbst, bevor andere genervt sind.“

Das sind reine Überlebens- und Schutzmuster, um sich sicher zu fühlen.

In der Psychologie, genauer gesagt in der Transaktionsanalyse (TA), einem Modell, das unsere Persönlichkeitsstrukturen und Beziehungs-Muster erklärt, sprechen wir hier vom sogenannten Angepassten Kind-Ich.

Kurz und knackig erklärt: Die Transaktionsanalyse geht davon aus, dass wir verschiedene innere Anteile oder „Ich-Zustände“ in uns tragen – das Eltern-Ich (geprägt von Werten, Regeln, Kritik oder Fürsorge der Eltern), das reale, sachliche Erwachsenen-Ich (im Hier und Jetzt) und das Kind-Ich (unsere emotionalen Erinnerungen und Verhaltensmuster aus der Kindheit).

Wenn das Angepasste Kind-Ich das Ruder übernimmt, haben wir gelernt:

  • nicht aufzufallen,
  • brav und angepasst zu sein,
  • um jeden Preis Harmonie zu sichern,
  • Konflikte zu vermeiden und uns klein zu machen.

Genau diese alten Prägungen führen dazu, dass sich gerade kluge, empathische Frauen immer wieder in toxischen oder narzisstischen Beziehungen wiederfinden, beruflich wie privat. Sie stellen eigene Bedürfnisse hinten an, halten massive Grenzüberschreitungen, bis hin zu Demütigungen aus und bleiben schlussendlich unsichtbar.

Und genau hier beginnt die Falle im Berufsleben.

Die unsichtbare Mauer: Warum hochkompetente Frauen leise bleiben

Du bist hochkompetent, hast die besten Ideen, lieferst zuverlässig Ergebnisse ab, bist als Erste im Büro und gehst als Letzte. Du machst dich zum „Mädchen für alles“. Du wirst zur Retterin im Drama-Dreieck (mehr dazu kannst du in diesem Blogartikel lesen: Raus aus dem Drama-Dreieck – Wie du Psychospielchen schneller durchsaust – Gisa Steegs Blog für mehr Resilienz und weniger Burn-out ) , die ständig ungefragt Verantwortung für Aufgaben und Emotionen anderer übernimmt.

Und trotzdem reicht es nie, dem Partner bist du nicht gut genug, dem Chef, der Kollegin usw., leistest du zu wenig. Wie sollten sie es auch sehen, du machst dich und deine Leistung unsichtbar. Die Folgen: Du wirst übergangen, wenn es um die nächste Beförderung, Gehaltserhöhung oder das nächste wichtige Projekt geht.

Die bittere Wahrheit: „Mädchen für alles“ werden nicht befördert.
Warum? Weil sie nicht gesehen, nicht ernst genommen, nicht für voll genommen, nicht als Führungs-Persönlichkeit gesehen werden. Das ist Fakt.

Denn wenn du versuchst, dir deine Daseinsberechtigung durch ständige Hilfsbereitschaft und Selbstaufgabe zu erarbeiten, sendest du unbewusst ein klares Signal: „Ich bin nur okay, wenn ich nützlich bin.“ Das ist die unbewusste Fortsetzung deines alten Kindheitsmusters.

Dein Nervensystem hält dich klein

Verstehe mich bitte nicht falsch: Es ist kein persönliches Versagen, es liegt auch nicht an mangelndem Disziplin, wenn du im Meeting schweigst oder Ja sagst, obwohl du innerlich schreist und Nein denkst.

Es ist eine reine Überlebensstrategie deiner Seele.

Wenn du im Job soziale Ablehnung, Kritik oder Druck spürst, interpretiert dein Nervensystem das als reale Gefahr und schaltet auf Autopilot. Es aktiviert die Ur-Reaktionen: Flucht, Kampf oder Erstarrung.

  • Flucht im Büro: Du sagst schnell zu, um die stressige Situationen oder Konfrontationen sofort zu beenden.
  • Kampf im Büro: Bei kleinster Kritik rechtfertigst du dich sofort und „verteidigst“ dich, noch bevor das Gegenüber  das Thema richtig ausgesprochen hat.
  • Erstarrung im Büro: Du verlierst den roten Faden, dein Gehirn setzt aus und du schweigst, weil du innerlich gelähmt bist.

Dein Angepasstes Kind-Ich hat in diesem Moment die Führung übernommen, um dich vor der alten Angst zu schützen: wieder als Zumutung oder Bürde zu gelten.

Die Erste Hilfe: Den inneren Autopiloten stoppen

Die gute Nachricht: Dein Nervensystem ist lernfähig! Du kannst deinem Gehirn Schritt für Schritt beibringen, dass du heute kein hilfloses Kind mehr bist, sondern die souveräne Leaderin deines eigenen Lebens. Eine Frau, die sich selbst schützt und Klarheit über bequeme Anpassung stellt. Das nennt man Resilienz und Selbstregulation.

Dafür brauchst du nur ein paar Sekunden Zeit.

Atempause zur Selbstregulation (Bild Adobe Stock, lizensiert)
Atempause zur Selbstregulation (Bild Adobe Stock, lizensiert)

Übung: Die 5-Sekunden-Bremse

Wenn du das nächste Mal einen Retter-Impuls (ungefragt helfen wollen) oder einen Erstarrungs-Moment spürst, aktiviere diese Bremse:

  1. Registrieren: Nimm das Gefühl wahr und sage dir innerlich: „Ah, da bist du wieder, das ist nur mein altes Schutzmuster.“
  2. Ankern: Drücke deine Fersen (stelle deine Füße) ganz bewusst fest auf dem Boden auf. Das ist dein Stopp-Anker, der dich sofort im Hier und Jetzt erdet.
  3. Bremsen: Atme 4 Sekunden tief in den Bauch ein, halte den Atmen für einen Moment und dann atme 6 Sekunden langsam durch leicht gespitzte Lippen wieder aus. Damit stimulierst du aktiv deinen Vagusnerv und signalisierst deinem System: Ich bin sicher.
  4. Sicherheit: Spreche den Satz innerlich aus: Ich bin sicher, ich bin erwachsen.

Mit diesen 5 Sekunden holst du die Kontrolle zurück in dein Erwachsenen-Ich. Du bist wieder handlungsfähig, kannst klare Grenzen setzen oder sachlich reagieren.

Heute ist der Tag, an dem du aufhörst, dich klein zu machen. Ab heute mutest du dir Klarheit, Konsequenz und echte Souveränität zu. Du bist nicht länger das „Mädchen für alles“, sondern die Frau, die ihren eigenen Wert kennt und ihn mit Haltung kommuniziert.

Bereit für die Transformation? Dein Weg zur souveränen Leaderin

Du weißt jetzt: Das Problem liegt nicht in deiner fachlichen Kompetenz, sondern in deinen unbewussten Mustern und deiner inneren Kommunikation (ich nenne das gerne den Quatschi im Kopf).

Wenn du bereit bist, die alten Prägungen deines Angepassten Kind-Ichs endgültig hinter dir zu lassen, das Drama-Dreieck zu durchbrechen und unerschütterliche Resilienz aufzubauen, dann begleite ich dich gerne dabei. Oder du willst einfach mal mehr über diese Muster und Menschenkenntnis erfahren.

In meinem neuen Online-Kurs The big Shift lernst du:

  • wie du die psychologischen Muster der Transaktionsanalyse entschlüsselst, die dich klein halten,
  • wie du dein Nervensystem bewusst regulierst (Vagusnerv-Regulation und Ankertechniken),
  • wie du Grenzen setzt, ohne schlechtes Gewissen Nein sagst und aus der Stärke deines Erwachsenen-Ichs agierst.

Die Zeit ist reif, dass deine Kompetenz endlich sichtbar wird.

  • THE BIG SHIFT Masterclass: Lerne, wie du dein Nervensystem regulierst und unverrückbar Nein sagst. Hier geht’s zur kostenfreien Anmeldung.


  • 👉 🛑 Seminar „Grenzen setzen“: Wenn du lernen willst, wie du dein Nervensystem auf echte Standfestigkeit polst, Fratzen frühzeitig entlarvst und nie wieder Ja sagst, wenn dein ganzes System Nein schreit:

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Lass dir dein Strahlen nicht nehmen. Steh auf und hol dir deine Macht zurück.

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Herzlichst,

Gisa Steeg

Steh-auf-Mentorin, psychologische und systemische Beraterin, Business-Mentorin, Resilienz- und Kommunikationstrainerin, Autorin für starke Themen, starke Bücher, starke Menschen.

Danke für meine treuen Kunden und diese Wertschätzung!
Gisa Steeg ist Jahrgang 1970, arbeitet als psychologische Beraterin, Steh-auf-Mentorin, Buch-Mentorin, Autorin und Mutmacherin für mehr Kraft und innere Stärke, und lebt in der Nähe von Heidelberg. Sie ist ausgebildete Handelsfachwirtin, Business-Coach, Hypnose-Coach, Selbstbewusstseinstrainerin und systemische Beraterin, Wingwave-Coach, NLP-Master und Kommunikationstrainerin. Als Coach, Mentorin, Autorin und Unternehmerin hat sie Erfahrung aus mehr als 25 Jahren Tätigkeit als Dozentin im Marketing, Vertrieb und in der Persönlichkeitsentwicklung. Sie schreibt und veröffentlicht ein Buch nach dem anderen und hilft Menschen, in ihre Kraft zu kommen und selbst Bücher zu schreiben, das zeigt sie unter anderem in ihren Büchern, Kongressen, Firmen-Seminaren und Coachings. Das Besondere bei Gisa ist ihre Kompetenz als Coach und Stärken-Mentorin. Insgesamt sind bis Ende 2023 14 Bücher von ihr als Autorin und 9 als Co-Autorin erschienen. Von April bis September 2021 moderierte sie ihre eigene Radiosendung „Let’s Talk“ mit Gisa Steeg und auch hier ging es um starke Themen, starke Bücher und starke Menschen. Nicht nur im Podcast und in ihren Büchern, sondern auch auf ihrem Videoblog auf YouTube und auf ihren Social-Media-Kanälen gibt sie viel Wissen preis. #spürbarstarkvonINNEN #resilienzrockt Kontakt: www.gisa-steeg.de und www.gisa-steeg.com
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