Warum so viele Frauen ihr ganzes Leben glauben, falsch zu sein

Ein Artikel von Gisa Steeg

Es gibt Mentoring-Momente, die treffen mich immer wieder mitten ins Herz.

Momente, in denen sich eine Geschichte offenbart, die nicht nur die eine Frau betrifft, sondern hunderte, vielleicht sogar tausende Frauen und Gernerationen von Frauen. Und doch sitzt jedes Mal wieder eine Frau vor mir, wir nennen sie stellvertretend für so viele Frauen „Anna“.

Dabei könnte es anderer Name, ein anderes Gesicht, ein anderes Leben sein. Aber die Muster, die Wunden, die Sätze, die sie in ihren Kindertagen immer wieder hörten, ertragen mussten und sich seither selbst zuflüstern? Sie sind erschreckend gleich.

Wieder saß eine Frau, im Coaching vor mir, die glaubt, nicht richtig zu sein.

Und wieder saßen mehrere Frauen in meinem „selbstbewusst Nein sagen und Grenzen setzen“ Workshop, die ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen wollen und deshalb schweigen, ja, sagen obwohl es in ihnen NEIN schreit.
Wieder geht es um die Mutterthemen.
Wieder geht es um alte Geschichten, die im Körper und noch tiefer im Nervensystem gespeichert sind. Fast wie eingeritzte Botschaften und Glaubenssätze, die sie daran hindern sie selbst zu sein, ihr Leben zu leben, das Gefühl, nie gut genug zu sein, nicht zu genügen, wie Demonstrationsplakate vor sich hertragen.
Und immer wieder geht es um die Frage: „Was stimmt nicht mit mir?“

In einem meiner letzten Mentoring geschah etwas Besonderes. Es war ein Moment, der mich selbst tief berührt hat, weil er so klar war, so kräftig und so wahrhaftig. Ein Satz, der im Raum stand wie ein Schlüssel für ihre Geschichte, für ihr Leben, für ihr Heil-Werden und ich sprach ihn aus:

„Du bist am falschen Ort mit den falschen Menschen.“

Nein, nicht du bist falsch.
Nein, nicht du hast etwas falsch gemacht.
Nein, nicht du bist zu sensibel, zu viel oder zu wenig, zu laut oder zu leise.
Nein, nicht du bist nicht gut genug.

Die Umgebung war falsch. Die Menschen hatten nicht die Fähigkeiten, dich zu sehen, zu halten, zu fördern.

Sie wollten nur, dass du ihre Bedürfnisse und ihre Erwartungen erfüllst. Sie wollten „nur“ das Beste für dich, denn das bedeutete, dass du bitte so bist und zu sein hat, wie es für sie gut ist.

Weißt du, wie solche Gefühle und Glaubenssätze entstehen?

Weißt du, was ein Kind in solchen Momenten macht, um zu „überleben“?

Es passt sich an, um geliebt zu werden.
Immer wieder, so lange, bis es sich selbst und das Gefühl für die eigenen Bedürfnisse verliert.

Viele dieser Muster, Glaubessätze, Prägungen, Konditionierungen (auch emotionale Wunden) entstehen nicht zufällig. Sie entstehen, weil ein Kind in seiner Welt emotional überleben muss. Wenn die Umgebung unsicher, überfordernd oder nicht nährend ist, entscheidet das Kind instinktiv: „Lieber verliere ich mich selbst, als die Verbindung zu dir.“ , „Ich gebe mich und meinen Willen auf, um dich nicht zu verlieren.“
Und so beginnt es, sich anzupassen, sich zu verbiegen, es wird leise, brav, verantwortlich, harmoniesuchend, es übernimmt Rollen, die nie ein Kind übernehmen sollte.


Wenn ein Kind Rollen übernimmt

Wenn Eltern und Bezugspersonen ihre Rollen als Erwachsene nicht übernehmen können oder wollen, dann übernimmt ein Kind die Rollen, die es nie tragen sollte. Es stellt die eigenen Bedürfnisse zurück und entwickelt Strategien wie Helfen, Retten oder Nicht-Nein-Sagen.

Da kann ich dir ein Beispiel aus meiner eigenen Kindheit geben. Als 9 oder 10 jähriges Kind musste ich die „Stullen“ für meine großen Brüder schmieren, das Geschirr spülen, die Wäsche waschen, als mein kleiner Bruder sich verletzte, musste ich mit ihm im Bus in das 8 Kilometer entfernte Krankenhaus fahren, damit er dort genäht werden konnte. Die Ärzte fragten nach unseren Eltern, ich wusste damals nicht, dass es nicht meine Aufgabe war, sondern die meiner Mutter, dabei war sie es, die mich mit meinem Bruder losschickte. Im Gegenteil, wenn ich mal lernen wollte, wurde ich noch beschimpft, gedehmütigt, als faul dargestellt. Also, wollte ich nicht bestraft werden, wollte doch auch mal etwas Liebe und Anerkennung und passte mich an.

Diese Anpassung sichert zwar die vermeindliche Bindung, Beziehung oder Verbindung doch sie kostet die eigene Identität. Stück für Stück verliert man sich als Kind, sich selbst und die erwachsene Frau spürt später nur noch das Gefühl, falsch zu sein. Ich kannte das über Jahrzehnte hinweg auch und ich erlebe es so oft, dass viele Frauen bis heute noch diese Lasten und Rollen tragen, die gar nicht ihre waren:

  • Die Trösterin, der eigenen Mutter.
  • Die „Erfüllungsgehilfin“ für die Wünsche und Bedürfnisse der anderen.
  • Die Starke, weil die Mutter es nicht war und sein konnte.
  • Die Ruhige, die niemandem zur Last fällt.
  • Die „Stabilisatorin“, weil sie als Kind die Ehe der Eltern kitten und stabilisieren musste.
  • Die „kleine Erwachsene“, die den Haushalt macht und die „Eltern“ betreut, statt umgekehrt.
  • Die Verantwortliche, die die kleinen Geschwister versogt.
  • Die, die keine Probleme macht.
  • Die, die emotional die Mutter hält und stützt (auch bei psychischen Krankeiten oder Suchtthematiken).
  • Die, die für Harmonie sorgt und die Familie stabilisiert.
  • Die Brave, die spürt, was Mutter (oder Vater brauchen) und es liefert, bevor sie es sagen können, das nennt man vorrauseilender Gehorsam.
AdobeStock_189909755-scaled.jpeg
Verbale Gewalt hinterlässt Narben AdobeStock_189909755-scaled.jpeg

Kinder, die emotional nicht gesehen werden, entwickeln eine fast übermenschliche Fähigkeit, die Stimmung im Raum zu lesen, Bedürfnisse zu erkennen, unausgesprochene Erwartungen zu erfüllen, Menschen zu lesen. Sie übernehmen Verantwortung, die schwerer ist, als dass was die Kinderseelen tragen und verkraften können. Und sie glauben irgendwann tief in sich:

„Meine Bedürfnisse sind nicht wichtig. Ich bin nicht wichtig.“
„Ich darf nicht anecken.“
„Ich muss leisten, um Liebe zu verdienen.“
„Liebe und Anerkennung gibt es nur, wenn ich etwas leiste.“
„Ich darf niemanden belasten.“

Was später daraus entsteht, sehe ich täglich:

  • das Helfersyndrom
  • das Rettersyndrom
    das Erfüllungsgehilfinensyndrom
  • chronisches Nicht-Nein-Sagen können
  • Grenzen, die nicht gehalten werden, weil sie sie selbst nicht spüren und somit nicht kommuniziert werden können
  • Beziehungen, die schmerzen (weil man glaubt alles aushalten zu müssen)
  • Bedürfnisse, die hintenangestellt werden und auch das Gefühl keine eigenen Bedürfnisse zu haben
  • Schulgefühle, weil man das gefühl hat, es nie allen recht machen zu können und ein schlechtes Gewissen, wenn man nur einmal Nein sagt und etwas für sich macht
  • Angst, als egoistisch zu gelten, wenn man seine Bedürfnisse kommuniziert
  • Unfähikeit Entscheidungen zu treffen, weil man nur für anderen entscheiden darfund weil man ja keine eigenen Bedürfnisse kennt
  • ein Leben, das sich klein anfühlt, weil man früher von den Eltern und später von den Partnern kleingehalten wird

Und all das führt immer wieder zu diesem Gefühl:

„Mit mir stimmt etwas nicht.“

Doch die Wahrheit ist:
Du lieber Mensch, mit dir stimmt alles.
Vielleicht war es nur eine Schutzfunktion und es war nur nie der richtige Ort, um sicher du selbst zu sein.

Sicherheit durch Aufstellung und Vergebung.

Der Moment, in dem Anna befreit aufgeatmet hat

Zurück zu Anna. Als ich ihr den Satz „Du bist am falschen Ort mit den falschen Menschen“ mitgab, geschah etwas Wundervolles: Sie hörte zum ersten Mal in ihrem Leben einen Satz, der nicht verletzte, sondern befreite.

Sie war weder kaputt, noch defizitär und schon gar nicht zu schwierig.

Sie war einfach nur in einer Umgebung groß geworden, die ihre Feinheit, ihre Kraft, ihre Kreativität und ihr Wesen nicht ertragen oder fördern konnte.

Dieses neue Bewusstsein öffnete ihr die Tür für etwas Neues: Die Fähigkeit, endlich für sich selbst einzustehen, durch die Selbstannahme und Selbstmitgefühl konnte sie sich Macht zurück holen, die sie all die Jahre zuvor abgegeben hatte. Manchmal reicht der eine Satz und manchmal eine Familienaufstellung und/ oder ein Vergebungsritual, wenn, wie bei Anna, die Mutterwunde ursächlich ist.


Die Mutterwunde, eine der tiefsten Wunden in uns

Viele dieser Muster haben ihren Ursprung in dersogenannten Mutterwunde.
In dem alten Schmerz, nicht genug gehalten, gesehen oder bestätigt worden zu sein.
In dem Gefühl, Liebe sei an Bedingungen geknüpft.

Die Mutterwunde ist nicht die Schuld der Mutter.
Sie ist ein generationenübergreifendes Phänomen.
Ein Erbe, das Frauen, und besonders sensible, intuitive Frauen, oft still in ihren unsichtbaren Rucksäcken mit sich tragen.

Und genau diesen tiefen Kern öffnen wir in meinen Aufstellung, in meinen Coachings und Reatreats für die Seele:

Aufstellung zum Thema „Mutterwunde“

Eine Aufstellung ist ein Raum, in dem sichtbar wird, was dich innerlich bewegt.
Ein Raum, in dem du alte Rollen ablegen darfst.
Ein Raum, in dem sich zeigt, wie viel Kraft und innere Stärke in dir steckt – seit immer.

Wenn dich die Geschichte von Anna berührt hat, dann spürst du vielleicht selbst:

Es ist an der Zeit, die alte Anpassung abzulegen.
Es ist an der Zeit, an den richtigen Ort zurückzufinden: zu dir.

Wenn du dabei sein möchtest oder Fragen hast, melde dich einfach bei mir.
Ich freue mich auf dich – und auf jede Frau, die mutig genug ist, sich selbst wiederzufinden.

Themen für die Aufstellung „Mutterwunde“

In der Aufstellung werden sichtbar:

  • die alten Rollen, die du übernommen hast
  • die Erwartungen, die dich eingeengt haben und auf Spur gehalten haben
  • der Schmerz, der nie ausgesprochen wurde
  • die Verlustangst, die dich bis heute steuert
  • die Anpassung, die dich müde und mürbe macht
  • die Sehnsucht nach deinem wahren Ich und nach deinem Sein oder einfach nur mal du sein zu dürfen

Und du wirst erleben, was passiert, wenn du diese Rolle loslässt –
wenn du nicht mehr die Tochter bist, die alles hält, aushält, sondern die Frau, die sich selbst zurückerobert.

Ein Retreat für deine Seele – Ein ganzer Tag, nur für dich

Ein Tag voller Inspirationen erwartet dich. Ein Retreat für deine Seele.

Touch and Transformation – Deine Rauszeit für die Seele

Ein Tag, der dein Leben verändert.

Dieses 1:1 VIP-Retreat ist für Frauen, die an einem Wendepunkt stehen.

Nach einer Trennung. Nach toxischen Beziehungen. Nach Jahren der Selbstverleugnung.

Für Frauen, die spüren: „Ich kann so nicht mehr weiter und ich weiß, da wartet mehr auf mich.“

Frauen, die ihre „Vaterwunde“, „Mutterwunde“ und ungeheilten Wunden endlich befriedigen wollen.

Wenn du dich oft in Selbstzweifeln verlierst, nicht Nein sagen kannst, dich ständig für andere aufopferst und endlich wieder bei dir ankommen willst, dann ist dieser Tag für dich.

https://www.gisa-steeg.com/retreatfuerdieSeele

Hier findest du die Seminare und Workshops von und mit Gisa Steeg:

https://resilienz-und-stärke.com/veranstaltungskalender

Kundenstimmen, die von Herzen kommen.

Gisa Steeg ist Jahrgang 1970, arbeitet als psychologische Beraterin, Steh-auf-Mentorin, Buch-Mentorin, Autorin und Mutmacherin für mehr Kraft und innere Stärke, und lebt in der Nähe von Heidelberg. Sie ist ausgebildete Handelsfachwirtin, Business-Coach, Hypnose-Coach, Selbstbewusstseinstrainerin und systemische Beraterin, Wingwave-Coach, NLP-Master und Kommunikationstrainerin. Als Coach, Mentorin, Autorin und Unternehmerin hat sie Erfahrung aus mehr als 25 Jahren Tätigkeit als Dozentin im Marketing, Vertrieb und in der Persönlichkeitsentwicklung. Sie schreibt und veröffentlicht ein Buch nach dem anderen und hilft Menschen, in ihre Kraft zu kommen und selbst Bücher zu schreiben, das zeigt sie unter anderem in ihren Büchern, Kongressen, Firmen-Seminaren und Coachings. Das Besondere bei Gisa ist ihre Kompetenz als Coach und Stärken-Mentorin. Insgesamt sind bis Ende 2023 14 Bücher von ihr als Autorin und 9 als Co-Autorin erschienen. Von April bis September 2021 moderierte sie ihre eigene Radiosendung „Let’s Talk“ mit Gisa Steeg und auch hier ging es um starke Themen, starke Bücher und starke Menschen. Nicht nur im Podcast und in ihren Büchern, sondern auch auf ihrem Videoblog auf YouTube und auf ihren Social-Media-Kanälen gibt sie viel Wissen preis. #spürbarstarkvonINNEN #resilienzrockt Kontakt: www.gisa-steeg.de und www.gisa-steeg.com
Beitrag erstellt 70

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben