Ein kleiner Rückblick auf mein letztes Wochenende: Ich sitze mit einer warmen Tasse Kaffee auf meinem Sofa und schaue einfach nur aus dem Fenster. Draußen pfeift der Wind, es ist kalt und stürmisch, und das herbstliche Laub wirbelt durch die Luft. Eigentlich ein Wetter, bei dem man sich am liebsten nur noch einkuscheln möchte.
Und genau das mache ich auch, doch es fällt mir immer noch schwer, mir das Nichtstun zu erlauben.
Trotzdem liebe ich es auch mal ein Wochenende zu haben an dem ich einfach mal nichts tun muss. Keine Termine, keine Seminare, die ich halte, kein Telefon das klingelt, niemand, der etwas von mir will oder etwas von mir erwartet. Ein Tag ohne eine To-Do-Liste. Gestern war auch schon so ein Tag: Mit der Kaffeetasse auf dem Sofa chillen, Podcasts hören, den Blick rüber zur Lieblingsburg (Wachtenburg in Wachenheim an der Weinstraße) wandern lassen, ein langes heißes Bad nehmen und am Abend eine leckere Suppe kochen. Einfach all das, was der Seele gerade richtig guttut.

Ich merke richtig, wie ich die Akkus wieder aufladen kann. Wie meine Kraft und Kreativität zurückkommen für die nächste Woche, für meine Seminare, Workshops und die VIP-Coachings, in denen ich für meine Kundinnen wieder mit voller Energie da sein kann.
Aber weißt du was? So friedlich, wie sich das anhört ist es gar nicht, für mich ist das bis heute eine der schwersten Übungen überhaupt.
Einfach nur dazusitzen und absolut nichts zu tun und nichts leisten zu müssen.
Mir das zu erlauben, war und ist immer noch ein langer Weg. Denn wenn eine Prägung tief in den Zellen sitzt, läuft im Hintergrund oft ganz unbemerkt ein altes Programm ab. Ein Muster aus meiner Kindheit, das mir ganz genau vorgeschrieben hat: Du darfst erst ausruhen, wenn alles erledigt ist, wenn du dich hinsetzt bist du faul.
Einige die mich kennen oder mir schon etwas länger folgen, wissen, dass ich eines von 13 Kindern bin und mit 9 Brüdern und 3 Schwestern aufgewachsen bin. Als Kind gab es bei mir kein echtes Ausruhen oder einfach mal Kindsein und spielen. Sobald ich mich mit einem Buch hingesetzt oder nur für die Schule lernen wollte, ging es los. Meine Mutter hat mich als Nichtsnutz, dumm und als faul beschimpft und mich gedemütigt. Es gab ja immer noch das Geschirr zu spülen, die Wäsche zu machen oder den Boden zu kehren und ich, ich säße wieder, wie immer nur faul rum.
Damals wusste ich nicht, dass es nicht meine Aufgaben sind, dass es nicht mein Job ist, ihren Haushalt zu machen und für meine Geschwister zu sorgen. Es war ihr ihr Job. Ich wusste nicht, dass die Aufgaben überhaupt nicht in mein Kinderleben gehört hätten, sondern in ihre Verantwortung als Erwachsene. Und je mehr sie mich demütigte, je mehr hatte ich ein schlechtes Gewissen zu spielen, zu lernen oder einfach mal nichts zu leisten. Ich funktionierte, leistete, trug und ertrug Dinge und Verantwortungen, die nie mein Job als Kind waren, nur um nicht wieder bestraft und gedemütigt zu werden.
Es ging damals nicht nur um den Haushalt, es ging auch sehr darum Macht auszuüben, um das Kleinhalten von uns Kindern. Verstehe mich nicht falsch, auch das waren Muster meiner Mutter, wer keine Liebe und Wertschätzung erfahren hat, kann keine Liebe geben.
Trotzdem war es für mich als Kind die Hölle und ich sehnte mich nach Harmonie, Liebe und einfach nicht gedemütigt zu werden. Weil einer der Lieblingssätze meiner Mutter lautete: „Was habe ich auf dieser Welt verbrochen, damit Gott mich mit diesen Kinder betraft hat.“ Mit anderen Worten, wir, sprich ich war eine Strafe Gottes. Nicht nur dass ich ständig gesagt bekommen habe, dass ich nicht gewollt war, nein, ich war auch noch eine Strafe. Das machte natürlich etwas mit mir, ich passte mich an, versuchte es ihr (und später auch allen anderen) recht zu machen, nur um nicht wieder emotional, verbal oder auch körperlich bestraft zu werden.
Diese Erfahrung hat sich tief eingebrannt.
Was passiert, wenn du nur funktionierst?
Genau hier schaltet sich die Psychologie ein: Wenn ein Kind im familiären System lernt, dass Liebe, Sicherheit und Anerkennung an ständige Leistung und Funktionieren gekoppelt sind, speichert das autonome Nervensystem das so ab. Sobald du als Erwachsener dann zur Ruhe kommst und nichts tust, schlägt das alte System Alarm. Das limbische System signalisiert dem Körper: Stillstand ist gefährlich, du bist nicht sicher, du bist wertlos, mach was, leiste was, übernehme Verantwortung.
Das ist einer der Gründe, warum du dich im Nichtstun innerlich getrieben fühlst, warum du dir das Nichtstun nicht erlaubst oder dir alles nur mit Leistung verdienst. Das Nervensystem steckt im Überlebens- und Macher-Modus fest.
Es kommt noch schlimmer, dein Nervensystem sucht nach Verbindungen, die es schon kennt, weil das dann als vermeindlich „sicher“ gilt. Dazu ein kleines Beispiel und ein weiterer Schwank aus meinem Leben:
Ich bin zwar mit 16 Jahre von meiner Mutter geflohen und ausgezogen, seither habe ich immer für mich selbst gesorgt. Ich begann eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, mein Ausbilder war ein Arschloch und behandelte uns auch so. Ich verletzte mich während der Arbeit am einem Finger, besser gesagt, ich schnitt mir damals die Fingerkuppe ab, das Blut lief nur so runter. Ich wurde provisorisch verbunden und durfte etwas früher in die Mittagspause gehen. Doch durch diesen Verband blutete es weiter und lief über den Unterarm, so dass es am Ellbogen auf den Boden tropfte. Also ging ich zum Arzt, um es richtig verbinden zu lassen, um nach der Mittagspause wieder arbeiten zu können. Dieser schickte mich sofort in das Krankenhaus, dort wurde mir meine Kuppe übrigens wieder angenäht und ich bekam eine Krankschreibung. Mit einem schlechten Gewissen und Angst brachte ich diese zu meinem Arbeitgeber, der zum Glück gerade selbst zu Tisch war. Also fuhr ich mit dem Bus nach Hause. Kaum dort angekommen klingelte das Telefon und der Chef schnauzte mich an, was mir einfallen würde mit diesem Kratzer zum Arzt zu gehen, das wäre eine Frechheit, usw. Und außerdem könnte ich noch jederzeit in der Filiale Telefondienst oder sonst noch was machen. Und wieder hatte ich ein schlechtes Gewissen und die Bestätigung faul zu sein. Ich hatte mir übrigens noch weitere Chefs, Jobs und auch toxische Partnerschaften angezogen, bis ich das erkannt und losgelassen habe.
Erkennen und loslassen
Erst als ich mit 16 Jahren ausgezogen bin, habe ich verstanden, dass ich den Haushalt ab jetzt für mich mache und nicht, um einer Strafe zu entgehen. Aber diese innere Unruhe, dieses Gefühl, sich Erholung erst durch Dauerfunktionieren verdienen zu müssen, das hat mich noch jahrzehntelang begleitet, bis hin zu zwei Burn-outs und ein Gefühl der Dauerunzufriedenheit und ich behaupte mal, da laufen unbewusst hier und da noch das eine oder andere Muster ab.
Doch ich habe eines gelernt, auch wenn es ein sehr langer Weg war, und ich nichts mit der Kirche und Gott am Hut habe: „Ich bin ein Gottes Geschenk.“ Warum? Weil ich wohl genau diesen ganzen Mist erleben musste, diese Erfahrungen machen musste, um das alles zu verstehen, die Kraft und Stärke zu entwickeln, um dann die passenden Aus- und Fortbildungen zu machen, um damit andern helfen zu können und zu dürfen. Wenn ich eines verstanden habe, dann dass es immer um die Verkörperung und das regulieren des eigenen Nervensystems geht.
Deshalb bringen Sätze wie „Ich bin gut genug“ oder „Liebe dich selbst“ in solchen Momenten oft rein gar nichts. Das sind meistens nur intellektuelle und manchmal spirituelle Pflaster auf einer blutenden Wunde. Wenn das alte Programm im Körper schreit, hilft dir reine Mindset-Arbeit oder positive Affirmationen nicht wirklich weiter. Du kannst dir tausendmal vor dem Spiegel gut zu reden, dein Gehirn glaubt dir kein einziges Wort, solange im Nervensystem die alte Angst und den Druck noch abspeichert sind, reagierst du im Autopiloten.
Das Verstehen im Kopf und das Fühlen im Körper sind eben zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Wenn die tiefe Blockade im Nervensystem nicht gelöst wird, drehst du dich ewig im Kreis, fühlst dich am Ende noch schlechter, weil es „selbst nach dem zehnten Buch oder Seminar nicht klappt“, und du gibst dir am Ende auch wieder selbst die Schuld dafür. Wieder eine Bestätigung, dass du nicht gut genug bist.
Weißt du wie viele Tränen, Coachings und Interventionen mich das gekostet hat, den Satz „Ich bin eine Strafe Gottes.“, in das Gefühl „Ich bin Gottes Liebe.“, umzuwandeln? Es wirklich zu fühlen, im Körper zu spüren? Auch ich hatte mir Hilfe und Unterstützung gesucht, weil man selbst viel Wissen hat, doch seine blinden Flecken nicht selbst auflösen kann.
Deshalb braucht es manchmal diesen klaren Blick von außen, um dieses unbewusste Programm überhaupt erst mal zu erkennen und dann zu durchbrechen. Da setzt meine Arbeit an.
Fast täglich begegne ich genau diesem Rucksack bei den Frauen in meinen Coachings und Seminaren, und ja, manchmal kommen auch Männer zu mir. Sie halten oft mit ihrer letzten Kraft den Laden, die Familie, das Business am Laufen, organisieren das Leben für alle anderen und stehen immer ihren „Mann“. Aber wenn es darum geht, sich selbst die Erlaubnis zu geben, einmal Stopp zu sagen, ein Nein auszusprechen und ohne Gewissensbisse die Beine hochzulegen, klappt es nicht.
Sind wir mal ehrlich: Da macht der Körper dicht, das schlechte Gewissen macht sich breit, der „Quatschi“ im Kopf springt an und treibt dich wieder zu nächsten Höchstleistung an.
Auch du weißt im Kopf genau, was schiefläuft, aber du kannst es im Nervensystem noch nicht verändern, weil es dort festsitzt.
Wenn du das hier liest und dich darin wiedererkennst: Du musst da nicht alleine durch. Echte Souveränität und innere Stärke fangen an dem Tag an, an dem du das erkennst und aufhörst, dich für deine Pausen zu rechtfertigen.
In meinen Seminaren und Workshops gehen wir genau an diese tiefen Punkte. Wer bist du, wenn du nicht mehr funktionieren musst?
Es ist wichtig, dass du es im Körper spürst und deine Stärke endlich wieder lebst. Weil es Zeit wird nicht mehr nur zu funktionieren und dass du dir den Platz in deinem eigenen Leben zurückholst, ohne wieder in das Leisten zu verfallen. Ja, ich liebe es auch mich auf einen Halbmarathon vorzubereiten und mich an mir und meinen Leistungen zu messen. Ich liebe es zum Beispiel im Wald zu wandern oder auch mal stundenlang joggen zu gehen. Dabei wird mir gesagt, auch das wäre wieder ein Muster „Leistung“ zu erbringen. Dabei gibt mir das das Gefühl von FREIHEIT, niemand der mir sagt, dass das vergeudete Zeit ist, dass ich doch zuhause noch Wäsche hätte, mein Buch fertig schreiben sollte, meine Seminare vorbereiten sollte oder wie mein Ex-Mann sagte, nicht schnell und nicht gut genug joggen würde, zu langsam wäre, bla, bla…. Da bin dann nur ich im Wald, schnoggen (so langsam joggen wie eine Schnecke) und das Gefühl von Freiheit, ich bin gut genug, ich darf einfach laufen und nichts tun, die Seele baumeln lassen und tief durchatmen. Und manchmal auch bei einem Spaziergang hier in den Weinbergen einfach nur Spaß haben und ein witziges Bild zu machen.

Ja, ich kann auch ganz dolle viel Spaß, Lebensfreude und Regenbogen pupsen!
Für deine Klarheit und Stärke und Lebensfreude bin auch ich für dich da!
Wenn du merkst, dass du in solchen Mustern feststeckst und es Zeit für eine echte Veränderung ist:
- Für deine persönliche Transformation:In meinem VIP-Mentoring „Ein Date mit deiner Seele“ lösen wir diese alten Programmierungen und bringen dich zurück in deine echte innere Stärke.👉 Hier findest du alle Infos zum Mentoring
- Für deine Abgrenzung im Alltag und Beruf:Lerne, wie du toxische Dynamiken frühzeitig erkennst, dich abgrenzt und souverän bleibst.👉 Hier geht’s zu meinen Seminaren und Workshops
Herzlich,
Gisa Steeg
Mentorin für Souveränität, Klarheit und mentale Stärke, Resilienz- und Kommunikationstrainerin, systemische und psychologische Beraterin
