Ein Artikel von Gisa Steeg
Kennst du diese schwammigen Absichtserklärungen? „Ich müsste mal mehr Kunden gewinnen.“ „Ich sollte meine Grenzen im Job klarer ziehen.“ „Ich müsste mal wieder mehr für mich tun.“ „Ich müsste mal ein paar Kilo abnehmen.“
Ich sage dir ganz ehrlich, wie es ist: Dein Gehirn pfeift auf deine netten Ziele, den es sind nur Wünsche ohne ein Plan.
Solange ein Ziel nur als diffuse Wolke in deinem Kopf herumschwirrt, passiert genau gar nichts. Dein Gehirn schaltet auf Energiesparmodus. Oder noch schlimmer: Es interpretiert die Unklarheit als Überforderung und schickt dich direkt auf die Couch zum Scrollen oder Netflixen.
Reine Wünsche sind wie Blindgänger im Gras. Sie kosten dich täglich Energie, bringen dich aber keinen einzigen Meter vorwärts.
Dein Gehirn braucht keine Träume, es braucht eine knallharte Entscheidung und dann eine klare Ausrichtung.
Mein Selbstversuch: Aus dem Nichts zum Halbmarathon
Ich habe vor Kurzem etwas gemacht, das viele meiner Bekannten für verrückt erklärt haben: Ich habe mich kurzfristig für einen Halbmarathon angemeldet.
21,097 Kilometer, am Stück.
Das habe ich schon einmal gemacht, nur war ich da 10 Jahre jünger, mindestens 15 Kilo leichter und auf jeden Fall gesundheitlich um einiges fitter.
Und als die Bestätigungs-E-Mail im Postfach landete, ging mein Herzklopfen los. Mein Verstand schrie kurz: „Bist du wahnsinnig geworden?“ Aber in genau diesem Moment hat sich in meinem Gehirn ein Schalter umgelegt. Die Unverbindlichkeit war vorbei. Aus einem „Ich müsste mal wieder mehr laufen“ wurde ein glasklares, unumstößliches Ziel mit festem Datum. Jetzt war das, ich beginne morgen mit dem Joggen, oder lieber erst nächste Woche, jetzt ist es noch zu heiß.
Aber wie schafft man so eine Distanz, wenn der Termin schon in wenigen Wochen vor der Tür steht?
Ganz bestimmt nicht, indem man am Tag vor dem Lauf losrennt und hofft, dass der liebe Gott einem Beine und eine Lunge aus Stahl schenkt. Und auch nicht, indem man jeden Tag völlig planlos draufloskeult, bis die Sehnen und Bänder schmerzen. Denn bei zu schnellem und übermäßigen Training neige ich schnell zu Überlastung und muss alles hinwerfen. Ja, da ist mir mein eigener Ehrgeiz und mein Ego das eine oder andere Mal im Weg gestanden.
Deshalb braucht es einen guten Plan und da muss das Ziel rückwärts geplant werden.

Das Ziel steht – und jetzt planen wir rückwärts
Als Kommunikations- und Resilienztrainerin nutze ich genau diese Strategie seit Jahren im Coaching und Business und beim Halbmarathon hat sie mich gerettet.
Was ich damit meine, du stellst dich gedanklich auf die Ziellinie in 10 Wochen und läufst gedanklich schon durch den Zielbogen. Du spürst die Medaille um deinen Hals, den Schweiß auf der Haut und diesen unbezahlbaren Stolz im Bauch. Und von dieser Ziellinie aus schaust du über deine Schulter zurück zum heutigen Tag:
- Woche 10: Der Tag X. Fokus halten, Kräftereserven abrufen, Spaß haben und mit Freude und Leichtigkeit ins Ziel einlaufen. (Mein Termin ist am 11.10.2026 in Mannheim)
- Woche 8: Das Etappenziel: 16 Kilometer am Stück durchlaufen. Testen, wie das Nervensystem unter Last reagiert.
- Woche 5: Der Rhythmus steht: Drei bis vier Laufeinheiten pro Woche, feste Regenerationstage, gezielte Ernährung. Ich finde meinen Rhythmus und habe mir ein Zwischenziel gesetzt. Am 12.09. laufe ich einen 10 Kilometer online Spendenlauf „Suicide Prevention Run“ von Laufen macht glücklich.
- Woche 4: Die ersten 8 Kilometer sind geschafft, trotz Anlaufschwierigkeiten.
- Woche 2: Die Basis: Erste 5 Kilometer Distanz am Wochenende schaffen, die richtigen Schuhe finden.
- Heute: Laufkleidung rauslegen, den Kalender blockieren und die ersten 2 – 3 Kilometer absolvieren, ohne Diskussion im Kopf.
Wenn du den Weg von hinten nach vorne zerlegst, verliert der riesige Berg seine lähmende Wirkung. Dein Gehirn bekommt glasklare Häppchen serviert, die es verarbeiten kann. Die Dopamin-Ausschüttung startet nicht erst im Ziel, sondern bei jedem abgehakten Etappenziel. Genau so teile ich meine Mammut- oder Megamarsch-Läufe, im Gehirn laufe ich nie 50 Kilometer am Stück, das ist mir zu viel, ich laufe immer 10, dann 10, dann die nächsten 10 Kilometer und noch 10 und dann habe ich nur noch die letzten 10 und wenn ich an diesem Tag zurück blicke, dann waren es am Ende doch 50 Kilometer in unter 12 Stunden.

Genau so geht scheitern (oder siegen) im Business
Was beim Halbmarathon funktioniert, gilt 1:1 für deine berufliche und persönliche Transformation.
Wenn du sagst: „Ich will mich im Job nicht mehr ausnutzen lassen und endlich die Führung in meinem Leben übernehmen“, ist das schön. Aber es ist wertlos, solange du keinen konkreten Plan hast.
Du musst deine strategische Route rückwärts bauen:
- Das Endziel: Du stehst selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen, sagst ohne schlechtes Gewissen „Nein“ zu Extra-Aufgaben und gehst pünktlich in den Feierabend. Du hast dein Warum glasklar. Das Nein zu den Überstunden ist ein klare Ja zu dir und deiner Gesundheit, deinem Sport, deiner Familie, deiner Beziehung usw.
- Das Etappenziel in 4 Wochen: Du hast deine persönlichen Not-Go-Grenzen glasklar aufgeschrieben und die ersten zwei Grenzverletzungen im Keim erstickt.
- Das Etappenziel in 2 Wochen: Du entlarvst deine unbewussten Rabattmarken-Hefte (schau dir gerne den Artikel https://resilienz-und-stärke.com/kampfmittelbeseitigung-alte-belastungen-loesen-ist-fast-wie-im-coaching/ an) und lernst, deine Emotionen im Moment des Triggers zu regulieren.
- Heute: Du triffst eine Entscheidung. Du hörst auf zu hoffen und fängst an zu handeln. Du schreibst dir klar auf, was du willst und wie du dich dabei fühlen möchtest.
Ohne Strategie bleibst du in der Alltagsfalle stecken. Du rennst los, die Puste geht dir nach drei Tagen aus, und du landest wieder im alten Funktionieren.
Dranbleiben ist keine Frage von eiserner Disziplin, es ist eine Frage von System und gehirngerechter Planung.



Hör auf zu daddeln und zieh deine Laufschuhe an
Wenn du merkst, dass du dir seit Monaten dieselben Ausreden erzählst, deine Ziele immer wieder auf die lange Bank schiebst oder vor deinen eigenen Ansprüchen einknickst: Es ist Zeit, deine mentale Infrastruktur neu aufzustellen.
Lass uns deine unbewussten Handbremsen lösen und deinem System einen glasklaren Fahrplan verpassen.
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- Mein Veranstaltungskalender: Alle kommenden Workshops, Live-Impulse und Trainings für deine Resilienz und Selbstermächtigung auf einen Blick:
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- 1:1 Mentoring & Coaching: Du willst deinen persönlichen Fahrplan rückwärts bauen und die Meilensteine ohne Umwege erreichen? Schreib mir direkt – wir setzen dein Ziel gemeinsam um.
Setz dir dein Ziel, zerlege es in Etappen und dann geh los. Ich freue mich so mit dir und lasse mir gerne einen Kommentar da, ob meine Artikel einen Beitrag für dich sind.
Love,
Gisa
Deine Einladung: Masterclass „The Big Shift“
Genau hier setzen wir an. Ich zeige dir, wie du aus der ewigen Bewertungsschleife aussteigst, deine Gedanken klar ausrichtest und dich über gezielte Vagusnerv-Übungen selbst regulierst. Für echte Steh-auf-Energie und ein souveränes Auftreten, auch mal ein klares Nein aussprechen und wenn es nur zu den negativen Gedanken ist.
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